EKS: Debitkarten Schadensstatistik 2021

Im Jahr 2021 lag der Schwerpunkt der betrügerischen Transaktionen mit Debitkarten weiterhin bei verlorenen und gestohlenen Karten. Dies geht aus der aktuellen Debitkarten Schadensstatistik der Euro Kartensysteme (EKS) hervor. Im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft betreibt die EKS das webbasierte Erfassungssystem EKS-Net, über das die Institute und die EKS Schadensfälle, die in den Debitkartensystemen girocard, Maestro und V Pay entstehen, erfassen und auswerten.

Die Zahl der Betrugsfälle durch Verlust oder Diebstahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf knapp 14.000. Der Schaden durch gestohlene und verlorene Karten fiel mit 18,2 Millionen Euro um 15 Prozent höher aus als 2020 (16,7 Mio. Euro). Gemessen an den Einsätzen und Umsätzen liegt die Schadenssumme jedoch nur etwas über dem Niveau der Vorjahre.

Der Anteil des Schadens, der durch den Einsatz von Kartenfälschungen verursacht wurde, machte 2021 nur drei Prozent des Gesamtschadens aus (2020: 6%). Es gab 824 erfolgreiche Einsätze von Kartenfälschungen im Zahlungssystem Maestro im Ausland. Dies entspricht einem Rückgang um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schadenssumme, die aufgrund der EMV-Haftungsumkehr fast vollständig ins Ausland zurückbelastet werden konnte, verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 46 Prozent. Das Geschäftsmodell „Skimming“ ist für die Betrüger nicht mehr interessant. Immer häufiger treffen sie auch im außereuropäischen Ausland auf EMV-fähige Geldautomaten und Terminals, an denen Kartenfälschungen ohne EMV-Chip nicht mehr eingesetzt werden können.

Die Skimming-Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland sind gegenüber Vorjahr von 152 auf 136 zurückgegangen. Im Ausland kam es bislang nur zu vier Skimming-Abgriffen in Österreich, an dem deutsche Debitkarten betroffen waren.

Im girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft lag der Betrugsschaden wie im Vorjahr bei 0,006 Prozent vom Umsatz. Bei den Transaktionen wurden 0,001 Prozent als betrügerisch identifiziert.

Der durchschnittliche Betrugsumsatz an Geldautomaten erhöhte sich von 641 Euro auf 685 Euro, im Handel reduzierte er sich von 77 auf 67 Euro. Der durchschnittliche Betrugsumsatz ohne PIN liegt bei 13,70 Euro. Die Anzahl der kontaktlosen Betrugsumsätze ohne PIN nimmt zwar zu, macht jedoch nur einen äußerst geringen Teil des Gesamtschadens aus.

Im Rahmen der Betrugsbearbeitung konnte festgestellt werden, dass es sich teilweise auch um temporäre Entwendungen der girocard im familiären Umfeld handelte, die dann anschließend zum Beispiel an Automaten eingesetzt und dann wieder auf den Platz des Kartenbesitzers zurückgelegt werden. Die Karteninhaber vermuten häufig, dass es sich um den Einsatz einer Kartenfälschung handelte, deren Einsatz allerdings in Deutschland nicht möglich ist.

Nach wie vor werden gestohlene Karten von Trickbetrügern, die in Zeiten der Pandemie zahlreicher und einfallsreicher sind, am häufigsten zur Erlangung von Bargeld an Geldautomaten eingesetzt. Hierzu benötigen die Diebe die Geheimzahl. Viele Karteninhaber haben ihre PIN immer noch im Portemonnaie notiert. Die meisten Diebstähle finden weiterhin in Kaufhäusern und beim Einkaufsbummel statt.

Frank Braatz (verantwortlich für das Programm der jährlich stattfindenden ProfitCard) veröffentlichte diesen Beitrag in der SOURCE 03/2022.

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