European Payments Initiative nimmt langsam Fahrt auf

Die europäischen Banken, die Anfang Juli dieses Jahres die Gründung der European Payments Initiative (EPI) angekündigt haben (SOURCE 7/2020, S. 6), können erste Erfolge melden. Für die in Brüssel gegründete Interims-Gesellschaft konnte man Martina Weimert als CEO und Dr. Joachim Schmalzl als Aufsichtsratsvorsitzenden gewinnen. Außerdem haben sich weitere Partner der Initiative angeschlossen.

Martina Weimert ist als Partnerin beim Beratungsunternehmen Oliver Wyman auf Zahlungsverkehr spezialisiert und hat die Banken bereits bei der Konzeption der EPI unterstützt. Bevor sie zu Oliver Wyman kam, war sie Senior Vice President bei Capgemini. Zu ihren vorherigen Stationen gehören A.T. Kearney und die Niederlassung der Deutschen Bank in Paris.

Dr. Joachim Schmalzl ist seit März 2016 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und dort für die Geschäfts- und Digitalisierungsstrategie verantwortlich, wozu auch der Bereich Payment gehört. Zuvor war er Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn.

Das Ziel der EPI ist es, eine europaweite Zahlungslösung zu schaffen. Zu den Bausteinen sollen eine Zahlungskarte und eine digitale Wallet gehören. Es sollen alle Arten von Transaktionen in Geschäften, im E-Commerce, für Bargeldbezug sowie für Zahlungen zwischen einzelnen Personen (P2P) möglich sein. Clearing und Settlement sollen auf Basis von Instant Payment erfolgen.

Am 25. November haben sich die beiden großen europäischen Dienstleister Worldline und Nets der Initiative angeschlossen und an der EPI-Interims-Gesellschaft beteiligt. Dies soll vor allem dabei helfen, möglichst zügig ein Akzeptanznetz für die Initiative aufzubauen. Gilles Grapinet, Chairman und CEO von Worldline: „20 Jahre nach der Einführung des Euro ist der Moment gekommen, um alle erforderlichen Kräfte zu bündeln und gemeinsam eine wirklich europäische digitale Zahlungslösung für Verbraucher und Händler zu entwickeln.“ Bo Nilsson, Group CEO von Nets: „Von der European Payments Initiative wird die gesamte Zahlungsverkehrslandschaft in Europa profitieren. Allen Beteiligten – von Issuern und Acquirern über Händler bis hin zu Endverbrauchern – wird eine europäische Zahlungslösung Vorteile bringen.“

Am 9. Dezember haben die PKO Bank Pollski, die größte Bank in Polen, sowie die OP Financial Group, eine der führenden Banken in Finnland, ihre Beteiligung an der EPI-Interims-Gesellschaft bekanntgegeben. Außerdem haben 12 spanische Banken ein Konsortium gebildet, das sich ebenfalls an der EPI-Gesellschaft beteiligen wird. Aus Spanien waren von Anfang an bereits die drei größten Banken des Landes (BBVA, CaixaBank, Banco Santander) mit dabei.

Frank Braatz (verantwortlich für das Programm der jährlich stattfindenden ProfitCard) veröffentlichte diesen Beitrag in der SOURCE 12/2020.

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