ibi-research: Zahlungsabwicklung und Forderungsmanagement im Online-Handel in Zeiten von Corona

ibi research hat sich in einer Studie mit den aktuellen Herausforderungen des Online-Handels in der Zahlungsabwicklung sowie im Risiko- und Forderungsmanagement beschäftigt. Über 100 Unternehmen mit eigenem Online-Shop haben den Status quo ihrer Prozesse in diesen Bereichen beschrieben. Dabei wurde deutlich, dass kleine Handelsunternehmen Nachholbedarf im Mahn- und Inkassowesen haben – was aufgrund der erwarteten steigenden Zahlungsstörungen durch die Corona-Pandemie weiter an Brisanz gewinnt. Ebenso kristallisierte sich eine zunehmende Dominanz der Zahllösungen globaler Akteure und großer US-Tech-Firmen heraus.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet damit, dass es durch die Corona-Krise und die damit verbundene, wirtschaftlich angespannte Situation zu mehr Zahlungsstörungen oder sogar -ausfällen kommen wird. Dennoch führen über 50 Prozent der kleineren Unternehmen bei Bestellungen ihrer Kundschaft keine Risikoprüfung durch. Bei großen Firmen hingegen ist dieser Prozentsatz gering, Mahn- und Inkasso-Maßnahmen gehören außerdem zum betrieblichen Alltag. Bei den kleinen Handelsunternehmen ergreift im Gegensatz dazu ein Viertel der Befragten keine solchen Maßnahmen.

Großteil der Online-Shops bietet PayPal als Zahlungsverfahren an

Acht von zehn Handelsunternehmen bieten den Kunden ihres Online-Shops an, mit Paypal zu bezahlen – unabhängig von der Größe des Unternehmens. Zahlung auf Rechnung (67 Prozent), Kreditkarte (66 Prozent) und Vorkasse per Überweisung (63 Prozent) folgen mit etwas weiterem Abstand. Auch die Bezahlverfahren der anderen US-Tech-Firmen (Google, Apple und Amazon) stehen bei Händlerinnen und Händlern hoch im Kurs. Die klassischen Verfahren, allen voran Vorkasse und Nachnahme, sehen einer wenig rosigen Zukunft entgegen.

Wunsch nach gesamteuropäischer Zahlungslösung wird lauter

Mit Blick auf die EU-Payment-Strategie sind zwar die meisten Betriebe der Ansicht, dass hier viele sinnvolle Maßnahmen aufgeführt werden, glauben aber nicht an den Erfolg einer gemeinsamen gesamteuropäischen Zahlungslösung. Soll dies dennoch funktionieren, so ist aus Sicht des Online-Handels eine schnelle, kostengünstige und multikanalfähige Lösung der einzig mögliche Weg

Kleine Händler setzen sich wenig mit Forderungs- und Risikomanagement auseinander

Bedenklich ist, dass viele kleine Handelsunternehmen häufig auf Risikoprüfungen sowie Mahn- und Inkasso-Maßnahmen verzichten – dies kann jedoch sehr unterschiedliche und teilweise auch nachvollziehbare Gründe haben. Die Corona-Pandemie hat die meisten kleinen und mittleren Händlerinnen und Händler nicht dazu veranlasst, sich über ihre Zahlungsabwicklung oder ihr Forderungsmanagement tiefergehende Gedanken zu machen – und dies, obwohl mehr als die Hälfte der Unternehmen mit steigenden Zahlungsstörungen und -ausfällen rechnet.

Die vollständige Studie „Zahlungsabwicklung und Forderungsmanagement im Online-Handel in Zeiten von Corona“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter www.ibi.de/veroeffentlichungen/payment-forderungsmanagement-2021

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