Verbraucherbefragung zu Mobile Payment

Die Verbraucher haben in Deutschland immer häufiger die Möglichkeit, mobil mit dem Smartphone an der Kasse zu bezahlen. Das Angebot an mobilen Bezahl-Apps für das Smartphone hat in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland zugenommen. Das EHI hat jetzt gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Kantar eine Verbraucherbefragung dazu durchgeführt, wie dieses Angebot genutzt wird.

Rund 38 Prozent der Befragten stehen aktuell dem Bezahlen mit dem Smartphone aufgeschlossen gegenüber. Sie sind der Meinung, dass das Bezahlen mit dem Smartphone schneller, einfacher und moderner ist und ihnen eine gute Alternative zu den bestehenden Zahlungsarten bietet. Ihnen stehen allerdings 62 Prozent an Skeptikern gegenüber, die sich mit dem Thema noch nicht anfreunden konnten. Hier gibt es vor allem Bedenken bei Sicherheit, Datenschutz und bei der Notwendigkeit, persönliche Daten in den Bezahl-Apps zu hinterlegen.

Derzeit nutzen 17 Prozent der Befragten eine oder mehrere Apps, um an der Kasse mit dem Smartphone zu bezahlen. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2018. Die Bezahl-Apps funktionieren entweder kontaktlos über eine NFC-Schnittstelle (z.B. Apple Pay oder Google Pay), oder via Bar- oder QR-Code (z.B. Bluecode und Payback Pay). Die Apps, die am häufigsten genutzt werden, sind Apple Pay, PayPal, Payback Pay und Google Pay, die alle einen starken Markennamen haben und zusätzliche Mehrwertfunktionen – etwa das Sammeln von Treuepunkten – oder einen Omnichannel-Ansatz bieten. Das größte Vertrauen der Verbraucher genießen aber trotzdem weiterhin die konventionellen Zahlungsdienstleister, die sowohl eigene Lösungen anbieten als auch mit den genannten Anbietern bei mobilen Bezahlverfahren kooperieren: 73 Prozent der Befragten stufen Kreditkartenanbieter und 79 Prozent Banken und Sparkassen als voll und ganz vertrauenswürdig ein.

Die Mehrheit der Verbraucher, die bereits mit mobilen Apps bezahlen, nutzt diese selektiv für bestimmte Einkäufe. Nur fünf Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie mit den Bezahl-Apps alle ihre Einkäufe bezahlen. 60 Prozent hingegen bezahlen „ein paar“ Einkäufe mit dem Smartphone. Das verdeutlicht, dass mobile Bezahl-Apps größtenteils zusätzlich zu anderen Zahlungsarten verwendet werden.

Fast zwei Drittel der befragten Verbraucher und Verbraucherinnen haben angegeben, dass sich ihr Bezahlverhalten aufgrund der Corona-Pandemie verändert hat. Allerdings sagten nur sechs Prozent der Befragten, dass Sie aufgrund von Corona mobil mit dem Smartphone am Point of Sale gezahlt haben.

Weitergehende qualitative Befragungen zeigen, dass sich die Verbraucher von den Zahlungsdienstleistern mehr Aufklärung und verständliche Informationen zum Thema Datenschutz und Sicherheit wünschen.

Frank Braatz (verantwortlich für das Programm der jährlich stattfindenden ProfitCard) veröffentlichte diesen Beitrag in der SOURCE 11/2020.

Neueste Artikel

Seit Juni 2020 wird das SHIELD-Projekt im Rahmen des Technologiewettbewerbs »Schaufenster Sichere Digitale Identitäten« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert, um ein offenes, interoperables, vertrauenswürdiges und nutzerfreundliches…
Vom 6. bis 8. Oktober fanden die zweiten E-Commerce-Tage online statt. Über 1.500 Teilnehmer verfolgten die mehr als 30 Vorträge, Q&A- und Meet&Talk-Sektionen. Dabei setzten wir wieder auf die…
Anfang 2020 hat mit jahrelanger Verzögerung der Smart-Meter-Rollout begonnen. Die intelligenten Messsysteme sind ein zentraler Teil der digitalen Infrastruktur für die Energiewende – und die Bereitschaft der Verbraucher, die…

Kommentar oder kurze Frage loswerden?

Kein problem!

  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.