Die Schäden mit deutschen girocards bewegen sich in sehr geringen Größenordnungen. Die aktuelle Debit-Schadensstatistik der Euro Kartensysteme (EKS) gibt weitestgehend Entwarnung.

Die aktuellen Betrugszahlen für die ersten Monate im Jahr 2020 zeigen nach Einschätzung der EKS deutlich, dass die Maßnahmen, die Banken und Sparkassen sowie die Zahlungskartenbranche gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden in den letzten zehn Jahren ergriffen haben, Wirkung zeigen. 2010 waren die Schäden durch Kartenfälschungen noch etwa 50-mal so hoch wie heute. Die Migration auf die sichere EMV-Chip-Technologie hat es möglich gemacht, dass 2020 nur noch 8 Prozent des Gesamtschadens, der mit in Deutschland herausgegebenen Debit-Karten entsteht, Kartenfälschungen zuzuordnen sind. Vor zehn Jahren waren es noch 80 Prozent. Der übrige Teil des Gesamtschadens entfällt auf Diebstahls- und Verlustfälle und hat sich in der Höhe des Schadens in den letzten zehn Jahren kaum verändert: Er ist um knapp 10 Prozent zurückgegangen.

Aktuell befinden sich mehr als 100 Millionen girocards im Umlauf. Davon sind rund 70 Prozent mit dem Maestro Co-Branding ausgestattet. Zwischen Januar und Juli 2020 wurden insgesamt 7.445 Betrugsfälle registriert. Das bedeutet, dass nur etwa jede 14-tausendste Karte (0,007%) überhaupt von Betrug betroffen ist. Diebstahl passiert mit 0,005 Prozent der Karten, Dublettenbetrug mit 0,003 Prozent.

Lag der Durchschnittsschaden pro Transaktion bei Diebstahls- und Verlustfällen 2018 noch bei 187 Euro so liegt er heute bei 86 Euro. Der Durchschnittsbetrag pro Schadensfall lag lange über 400 Euro, geht aber seit zwei Jahren zurück und liegt aktuell unter 300 Euro. Betrachtet man den Diebstahlsschaden pro Transaktion „kontaktlos ohne PIN“, so liegt dieser im Durchschnitt bei knapp 11 Euro.

Der Verlust oder Diebstahl der Karten auf dem Postweg ist 2020 bisher gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 um knapp die Hälfte zurückgegangen. Nach wie vor wird „Geschäft/Kaufhaus“ am häufigsten als der Ort genannt, am dem der Verlust der Karte stattgefunden hat. In mehr als 75 Prozent aller Diebstahlsfälle gelangen die Kriminellen auch an die Geheimzahl. Nur knapp 25 Prozent der Betrugsfälle durch Diebstahl wurden ohne Verwendung der PIN registriert.

Karteninhaber sind aufgerufen, die PIN nicht in geschriebener Form aufzubewahren, weder auf einem Zettel in der Geldbörse noch im Handy gespeichert.

Frank Braatz (verantwortlich für das Programm der jährlich stattfindenden ProfitCard) veröffentlichte diesen Beitrag in der SOURCE 09/2020.

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