Blockchain: Swisscom gründet neue Tochtergesellschaft

Die neue Tochtergesellschaft hat ihren Sitz an der Konradstrasse in Zürich. Swisscom hält mit 70 Prozent die Mehrheit am Unternehmen. 30 Prozent sind im Besitz der Gründungspartner.

Das Beraterteam der Swisscom Blockchain AG wird durch ein im Blockchain Umfeld erfahrenes Team verstärkt, das Anfang Oktober 2017 zur Swisscom Blockchain AG wechselt. Zuvor hatte das Team bei EY unter der Leitung von Daniel Haudenschild unter anderem dafür gesorgt, dass EY Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert und sämtliche Mitarbeitende global mit einer virtuellen Bitcoin-Brieftasche ausgestattet werden.

Für erste Gehversuche bietet Swisscom den Entwicklern auch eine virtuelle Werkstatt sowie Werkzeug: Die Blockchain Crypto Infrastruktur. Auf der Plattform können Pilotprojekte und sogenannte Minimal Viable Products (MVP) rasch umgesetzt werden. Dieselbe Plattform kann für produktive Lösungen auch auf hochverfügbarer, sicherer Infrastruktur angelegt werden, wie sie Swisscom für Kundenbanken einsetzt.

Aktuell arbeitet Swisscom an Projekten, die im Bereich Gesundheitswesen, Versicherungs- und Bankenwesen neue Wege der dezentralen, vernetzten Zusammenarbeit ermöglichen. So arbeitet Swisscom im Rahmen von digitalswitzerland an einem Handelsregister-Prototypen. Ein weiteres Projekt dreht sich um eine digitale Aktie, die ausserhalb der Börse gehandelt werden kann. Sollte sich diese C-Share genannte Lösung dereinst durchsetzen, hat sie das Potenzial, den Unternehmen ganz neue Finanzierungsquellen zu erschliessen. Bereits realisiert hat Swisscom im Konglomerat mit ZKB und mit anderen Partnern die Swiss OTC Blockchain, einen Software-Prototypen einer Blockchain-basierten Lösung für den ausserbörslichen Handel. Die meisten dieser Projekte werden heute auf Hyperledger Fabric realisiert. Swisscom ist seit Ende 2016 Mitglied des Hyperleger Projects, einem weltweit führenden Blockchain-Konsortium.

Neben Beratung und Umsetzung von Blockchain-Anwendungen unterstützt die Swisscom Blockchain AG auch sogenannte Initial Coin Offerings (ICO). Sie sind eine alternative Finanzierungsquelle für Projekte und Unternehmen, die immer häufiger eingesetzt wird. Im Kern funktionieren sie ähnlich wie ein klassischer Börsengang (IPO). Statt Franken und Euro erhalten die Unternehmen aber virtuelle Währungen wie Bitcoins oder Ether. Im Gegenzug erhalten die Investoren handelbare Coins, die sie berechtigen, an künftigen Einnahmen zu partizipieren oder Dienstleistungen zu nutzen.

Blockchain wird vom 22. bis 24. Januar ein großes Thema auf der OMNISECURE 2018 in Berlin sein.
Das Kongressprogramm soll bis Mitte Oktober veröffentlicht sein.

swisscom.ch

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