Digitale Signatur im Abseits

So bleibt beispielsweise die vollständige elektronische Steuererklärung (ELSTER) – signiert mit elektronischer Unterschrift – weiterhin Zukunftsmusik. Obwohl die Software für die elektronische Steuererklärung im Internet verfügbar ist, bleiben dem Bürger das Ausdrucken und der Weg zur Post nicht erspart. Nur 14 Prozent der Verwaltungen setzen die elektronische Unterschrift für einen besseren Bürgerservice ein. Vier von fünf Behörden nutzen die digitale Signatur gar nicht. Eine Veränderung ist nicht in Sicht, denn auf der Liste der Instrumente für eine höhere Bürgerorientierung belegt die elektronische Unterschrift den vorletzten Platz. Auf einer Schulnotenskala gaben die befragten Fach- und Führungskräfte aus der öffentlichen Verwaltung der digitalen Signatur eine 3,2. Der Grund: Viele Behörden stehen der digitalen Unterschrift eher skeptisch gegenüber. Sie glauben, dass ihre Einführung sogar zu einer größeren Distanz zu den Bürgern führt. 38 Prozent der Behörden befürchten, dass die digitale Signatur den Kontakt zum Bürger einschränkt. Als Hauptgründe für das Scheitern der digitalen Signatur wurden genannt: 1. Nichteinbeziehung bestimmter Bevölkerungsgruppen (88 Prozent der Befragten) 2. Überforderung der Bürger (66 Prozent) 3. Verschiedene inkompatible Systeme (62 Prozent) 4. Weniger Bürgerkontakt (38 Prozent) 5. Überforderung der Verwaltung (21 Prozent) Zudem fürchten die Verwaltungen ein Datenchaos. Der Grund: Viele Behörden arbeiten noch immer mit inkompatiblen Softwaresystemen. Drei von fünf Fach- und Führungskräften glauben, dass die digitale Signatur daran scheitern könnte. Damit die elektronische Unterschrift die Behörden wirklich effizienter macht, müssen diese zunächst ihre Software anpassen. Die Folge: In den kommenden Monaten hat die Einführung von Standardsoftware in den Behörden höhere Priorität. Joerg.Forthmann@presse.mummert.de www.mummert.de 

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