Fintech: München hinter Berlin auf Platz 2

2017 und 2018 wurden in München 22 neue Finanz-Startups gegründet und damit fünf mehr als Frankfurt. Mit 100 ansässigen Fintechs liegt München damit auf Platz zwei. Auch bei der Anzahl der Finanzierungsrunden hat die Stadt an der Isar die Nase vorn: In 31 Runden sammelten die Münchener Fintechs in den Jahren 2017 und 2018 (Stand Ende September) insgesamt 174 Millionen Euro Wagniskapital ein. In Frankfurt waren es im selben Zeitraum 36 Millionen Euro, die in 18 Finanzierungsrunden an dortige Finanz-Startups verteilt wurden.

„München überzeugt durch einen ausgewogenen Mix aus Gründern und Kapitalgebern. Frankfurt bleibt hingegen als Fintech-Standort hinter den eigenen Ansprüchen noch zurück. Die Zahl der Gründungen ist gegenüber unserer letzten Studie sogar von 25 auf jetzt 17 gesunken, “, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender von comdirect.

Berlin spielt in Sachen Fintech weiterhin in einer eigenen Liga: Die 249 in der Hauptstadt aktiven Finanz-Startups sammelten in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 854 Millionen Euro an Wagniskapital ein. Das ist mehr als jeder zweite Euro, der in diesem Zeitraum in ein deutsches Fintech geflossen ist. Es ist auch davon auszugehen, dass diese Vorreiterrolle auf absehbare Zeit bestehen bleibt: Mit 39 neuen Fintechs zog die Hauptstadt in den Jahren 2017 und 2018 so viele Gründer an wie München und Frankfurt zusammen.

Hamburg kann wie schon in den Vorjahren vor allem beim Wagniskapital überzeugen. Die 67 Fintechs in der Hansestadt sammelten 2017 und 2018 (Stand Ende September) 236 Millionen Euro ein – nur in Berlin floss mehr Geld an deutsche Finanz-Startups.

Einen deutlichen Abstand zu Hamburg haben die Fintech-Standorte Köln und Düsseldorf. Mit 28 aktiven Startups liegen die Kölner bei der Anzahl der Fintechs vor Düsseldorf (18). Die Fintechs in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt konnten mit 30 Millionen Euro dafür etwas mehr Wagniskapital einsammeln als die Startups in der Domstadt (27 Millionen Euro).

Hintergrund zur Studie

Basis der comdirect Fintech-Studie ist Barkow Consultings Fintech Money Map, Deutschlands führende und meistgenutzte Datenquelle für Fintech-Startups und Fintech-Venture Capital. Redaktionsschluss für die Analyse war Ende September 2018. Fintech-Venture Capital-Investitionen werden seit Anfang 2012 erfasst. Fintech-Startups und Gründungen wurden seit 2007 rückwirkend integriert.
Die Daten der Fintech Money Map werden durch kontinuierliche Analyse und Auswertung aller relevanten Nachrichtenquellen und Datenbanken gewonnen. Barkow Consulting setzt dabei auf eine Kombination von Mensch (ca. 2/3 der relevanten Datenpunkte) und Maschine (ca. 1/3 der Datenpunkte). Die Fintech Money Map umfasst derzeit weit über 800 Startups. Aktuell sind mehr als 1.000 Risikokapital-Investoren und fast 3 Milliarden Euro Venture Capital-Investitionen in der Datenbank erfasst.

comdirect.de

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