Handyticketing in elf deutschen Nahverkehrsregionen

Fahrgäste in Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Lübeck, Nürnberg, Oberlausitz-Niederschlesien, Ulm, Vogtland und Wuppertal können im Rahmen des Projekts Einzel- und Tageskarten über ihr Handy kaufen. Und dies nicht nur für ihre jeweilige Heimatregion, sondern auch für alle anderen genannten Regionen. „So kann man bei einer Reise in andere Tarifgebiete sein Tagesticket schon bequem von zu Hause aus kaufen“, betonte VDV-Präsident Günter Elste. Um das Handy für das elektronische Ticketing nutzen zu können, muss dieses javatauglich sein, einen Internetzugang und einen Speicher von mindestens 64 KB haben. Für Kunden mit älteren Geräten oder ohne Internetzugang bieten die Regionen Dresden, Düsseldorf, Essen, Oberlausitz-Niederschlesien, Vogtland und Wuppertal ihre jeweiligen regionalen Handytickets auch per SMS an. „Das Pilotprojekt soll die Kundenakzeptanz für das neue Angebot testen und die notwendige Standardisierung im Bereich des Handy-Ticket-Verkaufs voranbringen“, erläuterte der VDV-Präsident die Ziele des gemeinsamen Vorhabens. Er zeigte sich überzeugt, dass durch viele Kunden, die den neuen Service nutzen, auch notwendige Weiterentwicklungen mit der Telekommunikationsbranche mit mehr Nachdruck diskutiert werden könnten. Siemens IT Solutions und Services hat die IT-Lösung entwickelt, implementiert und sorgt mit seiner Tochter HanseCom Gesellschaft für Informations- und Kommunikationsdienstleistungen mbH auch für den gesamten Betrieb. Durch eine vom Fraunhofer IVI speziell entwickelten Software können die regional unterschiedlichen Beförderungstarife einfach in das System integriert werden. Alle über Handy gekauften Fahrkarten werden von der DVB LogPay GmbH, einem Tochterunternehmen der DVB Bank AG abgerechnet. Dem Nutzer wird eine Auswahl verschiedener Zahlverfahren wie Lastschrifteinzug, Abrechnung über Kreditkarte oder über PrePaid-Konto angeboten. Hat sich ein Kunde zum Handyticketing entschlossen, meldet er sich über die Internetseite www.dashandyticket.de einmalig bei einem der beteiligten Verkehrsverbünde an und wählt das gewünschte Zahlverfahren. Nach der Registrierung erhält er eine SMS, die den Download für ein kleines Java-Programm enthält. Damit können die Fahrkarten für alle elf Tarifgebiete ausgewählt, bestellt und bezahlt werden. Mit der installierten Software ist der Kauf einer Fahrkarte möglich. Das Ticket wird direkt auf das Handy übertragen und kann im Display angezeigt werden. Bei einer Fahrkartenkontrolle zeigt der Kunde dem Prüfpersonal das gespeicherte Ticket, das jedoch nur in Verbindung mit einem weiteren bei der Anmeldung zu wählendem Prüfmedium gültig, z. B. EC-Karte, Personalausweis oder der eigenen Handy-Nummer gültig ist. Für das Übertragen des Java-Programms sowie das Aufspielen der einzelnen Tickets muss der Kunde Gebühren für den Datentransport zahlen. Diese richten sich nach den Gebühren seines Netzbetreibers. Pro Ticket werden 4 KB übertragen, die dann quasi zusätzlich zum Ticketpreis bezahlt werden müssen. www.dashandyticket.de 

Neueste Artikel

Städte und Gemeinden sehen auch nach den Ergebnissen der Neuauflage des Zukunftsradar Digitale Kommune im Jahr 2019 einen hohen Nutzen durch die Digitalisierung. Gleichzeitig werden auch in diesem…

Die Startups in Deutschland werden skeptischer. Aktuell sagen nur noch 39 Prozent der Gründer, dass sich in den vergangenen zwei Jahren die Lage für ihr eigenes Startup verbessert hat….

Seit Mai 2019 stellt das BSI ein zweistufiges Schulungskonzept zum Erwerb eines neuen Nachweises zum IT-Grundschutz-Praktiker und IT-Grundschutz-Berater zur Verfügung. Auf der BSI-Webseite steht nun der Antrag zur Zertifizierung…